Sporthunde

Futterberatung für Hunde

Hunde, die dauerhaft oder phasenweise eine sehr hohe Leistung erbringen, haben auch einen besonderen Nährstoffbedarf, vor allem der Bedarf an Spurenelementen erhöht sich in Phasen hoher Leistung. Das gilt vor allem für Dienst- und Sporthunde.

Einsätze kosten Kraft, die wir dem Hund in Form von Energie, Vitaminen, Mineralien und Elektrolyten wiedergeben sollten. Hier gebe ich Tipps für besondere Belastungen.

Hunde sind auf kurze Phasen höherer Belastung ausgelegt. Bei leichten sportlichen Aktivitäten, wie regelmäßige kurze Trainings in einer Hundeschule oder längeren Spaziergängen, ist keine Futteranpassung notwendig.

Wird der Hund über längere Phasen stärker beansprucht oder muss phasenweise (z. B. saisonal) sehr hohe Leistung erbringen, ist eine Futteranpassung empfehlenswert, um den Körper zu unterstützen.

Im ersten Schritt muss der Energiebedarf an die Situation angepasst werden. Bei hoher Leistung ist auch der Proteingehalt proportional anzupassen, eine dauerhafte Überversorgung an Proteinen ist aber unbedingt zu vermeiden.

Einen erhöhten Futterbedarf im Allgemeinen erzielt man mit einer Erhöhung der Futtermenge, wobei das Verhältnis der Bestandteile dadurch erhalten bleibt. Hier sollte man immer das Verhältnis Futtermenge zu Körpergewicht des Hundes im Auge behalten.

Bei der Planung der speziellen Fütterung und erhöhtem Bedarf bei sportlicher Leistung, unterscheidet man nach den Belastungsschwerpunkten Kraft und Ausdauer:

Kraft

Während der Muskelaufbauphase eines Hundes ist eine Mehrversorgung mit Proteinen sinnvoll. Hat der Hund seinen gewünschten Trainingsstand erreicht, sollte das Protein wieder ein normales Verhältnis der Futterration einnehmen und nur in intensiven Trainings- und Wettkampfzeiten kurzfristig erhöht werden.

Ausdauer

Soll der Hund vor allem Ausdauerleistung erbringen, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von hochwertigen Fetten geachtet werden. In Aufbauphasen, die auch dem Muskelaufbau dienen, kann auch hier die Proteinzufuhr vorübergehend erhöht werden.

Oft wird zu voreilig auf Hochleistungsfutter zurückgegriffen, obwohl der Hund mit seinem normalen Futter noch ausreichend versorgt ist.

Eine zusätzliche Versorgung ist sehr individuell. Als Anhaltspunkt dient eine Futteranpassung auf Leistung ab einer Arbeitsbelastung von circa fünf Stunden pro Woche.

Zusammenfassend empfiehlt es sich, in Trainings- und Leistungsphasen auf eine Mehrversorgung mit Fetten und Proteinen zurückzugreifen. Auch in den Erholungsphasen sollte auf hochwertige Futterkomponenten geachtet werden, damit sich der Körper bestmöglich regenerieren kann.

Zusätzlich sollte der Bewegungsapparat des Hundes bei erhöhter Belastung durch Zugabe von speziellen Ergänzungsmitteln für Gelenke und Knochen unterstützt werden.

Warm-Up and Cool-Down

Ein Aufwärmen vor der Belastung ist wichtig, damit es nicht zu Muskulaturschäden oder Zerrungen während des Trainings kommt. Mit Aufwärmen ist immer die Muskulatur gemeint. Der Hund muss bei warmer Außentemperatur ebenso aufgewärmt werden, wie bei kalter.

Möglichkeiten den Hund aufzuwärmen, sind das Traben mit dem Hund für mehrere Minuten, das manuelle Durchbewegen (nicht Dehnen) der Gliedmaßen und Gelenke, und verschiedene Übungen wie bspw. Slalom durch die Beine gehen lassen.

Nach dem Training ist es ebenso wichtig, Muskulatur und Kreislauf langsam normalisieren zu lassen. Je nach Belastung dauert das Cool-Down kürzer oder länger. Gehen mit dem Hund ist eine gute Möglichkeit ihn ausschnaufen zu lassen. Anschließend kann die Muskulatur gedehnt werden und/oder Massagen gemacht werden. Dehnen und Massagen sollten unbedingt fachmännisch durchgeführt werden. Falsche Ausführungen können zu Schäden im Bewegungsapparat führen. Am besten konsultiert man vorher einen Physiotherapeuten für Hunde.

Wichtig, vor allem im Winter, ist, den Hund nicht sofort ins kalte Auto zu bringen, in dem er sich stillhalten muss. Nach dem Cool-Down empfiehlt es sich, je nach Hundetyp (für einen Berner Sennen wäre das sicher nichts 😉 ) dem Hund einen geeigneten Mantel anzuziehen. Im Sommer kann eine Kühldecke helfen. Ist der Hund nass, sollte er unbedingt abgetrocknet werden!

Wässern

Bei hoher und länger andauernder Belastung empfiehlt es sich den Hund zu „wässern“. Damit hilft man dem Hund seine Körpertemperatur zu regulieren, die er alleine nur durch Hecheln ausgleichen kann.

Wässern kommt vor allem beim Ausdauersport, wie bspw. dem Zughundesport, zum Tragen. Dem Hund wird ca. 1 – 1,5 Stunden vor der Belastung Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt. Die optimale Menge hat man erreicht, wenn der Hund nach der Belastung keinen übermäßigen Durst hat. Damit der Hund beim Wässern auch trinkt, gibt man oft ein wenig Nassfutter oder ein spezielles Futtermittel in das Wasser.

Gerne begleite ich dich und deinen Sporthund beim Thema Ernährung und Gesundheit bei besonderer Belastung.